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kooperation gotohellmoney f2

Go to hell, money!
Lidia Sanvito, Carla Degenhardt, Carla Bobadilla, Galerie Denkraum, Wien, 2007

deutsch

geld.
eine launige gegenapotheose.

Von Laura Latanza

 geld ist kein tauschmittel.

geld, ist waffe, lockmittel, ego, symbol, bedrohung, lob, kampf und „commodity“.

geld, jedenfalls, ist zum wegwerfen. auszugeben, mit vollen händen, zur unterhaltung, lust, frustrationsbekämpfung. werft um euch damit, bringt es kopflos an, in den hainen der kauflust ums eck und in der weiten welt.

oder gebt es „klug“ aus: in investments, beteiligungen, kauft firmen und firmenkonglomerate, kauft geld ums geld, billigeres geld, geld in anderen währungen, risikogeld, noch-nicht-geld.

kauft kleine dinge, viele kleine dinge, die nichts sind und viel sein können; lose, wetten, den whiskey zum poker und den cocktail zum tete-a-tete. kauft möglichkeiten, stecht die statistik aus, erfindet das glück.

bauscht es auf, das geld, schafft neue welten in den börsen der phantasie. lasst anschwellen und sinken die guccis, harleys, perriers, gamberi rossi, kirche und NGOs.

tut gutes, vor allem euch selbst. beste diäten, beste ärzte, versichert körper und zukunft für und gegen alles. schliesst mit geschenken die lücken eurer freundschaften und netzwerke.

nur, zum teufel, hortet es nicht.
raus damit aus den konten, schafft die sparbücher ab.

denn wer keins hat, braucht auch keins. er lebt ja von anderem als geld.

und wer zuwenig hat, hat nicht zuwenig geld. zuwenig essen vielleicht, zuwenig gesundheit, hilfe, freunde, zuwenig sich selbst.

ah, go to hell, money.

PS. ich, ungefragt, würde mir ums geld eine zugreise kaufen.